Wir alle profitieren von Europa

21. September 2018

Gmund – Unter dem Motto „Europa braucht uns und wir Europa“ hatten SPD-Landtagskandidatin Verena Schmidt-Völlmecke und Michael Fuug von der Europa-Union zur Diskussion eingeladen. Rund 40 Interessierte folgten der Einladung zu der spannenden Runde in den Gasthof Herzog Maximilian in Gmund am Tegernsee.

Für keine andere ihrer Veranstaltungen habe es derart viele EU-kritische bis hetzerische Kommentare in den sozialen Medien gegeben berichtete Gastgeberin und SPD-Landtagskandidatin Verena Schmidt-Völlmecke. Da stelle sich die Frage: Wollen die Menschen die Europäische Union nicht mehr? Ist der „geordnete Multilateralismus“ wirklich am Ende, wie es Markus Söder kürzlich verkündete? Gleich im nächsten Satz stellte sie umgehend klar „Ich bin überzeugte Europäerin, wegen der vielen Vorteile für uns alle, nicht zuletzt auch wegen unserer Geschichte und den Jahrzenten Frieden, die die europäische Einigung uns gebracht hat.“

Voller Begeisterung berichteten zunächst Bernd Kuntze-Fechner, Beauftragter für Städtepartnerschaften aus Bad-Wiessee und Judith Claremont-Fertl, Beauftragte für die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Miesbach und dem englischen Tewkesbury von gegenseitigen Besuchen, kulturellem Austausch und gelebter Völkerverständigung auf Gemeindeebene. Verständnis für einander, Freundschaften, sogar Ehen und Familien hätten die 26 Städtepartnerschaften, die es zwischen Gemeinden im Landkreis Miesbach und Gemeinden in Europa gibt, hervorgebracht. „Was kann es besseres geben, als das aus Erbfeinden Freunde werden“ resümierte Kuntze-Fechner mit Blick auf die Städtepartnerschaft zwischen Bad Wiessee und dem französischen Dourdan.

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Die Gastgeberin und Referenten der Veranstaltung beleuchteten die vielen Vorteile von Europa. Hinten v.l.n.r Bezirkstagskandidat Tim Roll, Bernd Kuntze-Fechner, Wolfgang Janhsen Vorne v.l.n.r. Landtagskandidatin Verena Schmidt-Völlmecke, Judith Claremeont-Fertl, Dietmar Nietan Foto: SPD Holzkirchen

Den Mehrwert Europas für die Wirtschaft in unserem Landkreis wusste Wolfgang Janhsen von der IHK für München und Oberbayern genau zu beziffern. Fast jeder zweite Euro im Landkreis Miesbach 2

werde im Export verdient. Da könne sich jeder leicht ausmalen, welch verheerende Wirkung ein Ende der EU, langwierige Grenzkontrollen, Zölle und dergleichen hätten. Dietmar Nietan, Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Bundesvorstand der SPD, erinnerte daran, dass Deutschland nur als Teil von Europa mittelfristig eine Rolle in der Weltpolitik spielen werde. „In einer globalisierten Welt macht es einen eindeutigen Unterschied, ob jemand mit der Stimme von 12 Millionen Bayern, 81 Millionen Deutschen oder 512 Millionen Europäern spricht“ so der EuropaExperte. Der geordnete Multilateralismus sei da die einzige Chance, die wir haben. In Richtung CSU fragte er, ob Söder etwa künftig In Donald Trump Manier eigene „Deals“ mit Frankreich, Ungarn oder Österreich aushandeln wolle.

Zum Abschluss des Abends berichtete Verena Schmidt-Völlmecke, von einem weiteren Kommentar in den sozialen Medien. Ein Kommentator habe all die EU-Kritiker gefragt, was denn ein angemessener Preis für über 70 jährigen Frieden und Wohlstand in Europa sei. Diese Frage, so Schmidt-Völlmecke, treffe den Nagel auf den Kopf. Bevor gehetzt und kritisiert werde, solle jeder einmal darüber nachdenken, dass es uns nur so gut geht, weil es die Europäische Union und Frieden in Europa gebe.

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